Jede/jeder Freiwillige ist zuständig für eine Gruppe von Schuhputzern, die ihr/ihm zu Beginn des Volontariats zugeteilt wird. Diese umfasst etwa 70 Schuhputzer. Der Großteil der Schuhputzer ist männlich und im Alter von 15 bis 40 Jahren. Die ältesten Schuhputzer, mit denen wir arbeiten, sind allerdings schon über 80 Jahre alt.
Die Freiwilligen sind im Allgemeinen zuständig für den täglichen Kontakt zu den Schuhputzern, das heißt, dass sie jeden Tag zu den verschiedenen Arbeitsplätzen der Schuhputzer gehen und für sie als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Der normale Arbeitstag beginnt um 9.00 Uhr in der Regel im Büro von VAMOS JUNTOS, das im Stadtzentrum liegt. Die Busfahrt von der Wohnung der Freiwilligen bis dorthin dauert etwa zehn Minuten. Im Büro werden mit der Geschäftsführerin und den Sozialarbeiterinnen zunächst anstehende Fragen und Termine besprochen, daraufhin geht es auf die Straße. Die Schuhputzer, die einer Organisation zugehören, haben fast alle einen festen Standort, wo sie arbeiten und wo sie in der Regel auch mit großer Sicherheit anzutreffen sind. Wenn es keine bestimmten Termine gibt, gehen die Freiwilligen ihre Runde und suchen die Schuhputzer an den verschiedenen Orten auf. Gerade am Anfang hilft das Sparprojekt, einen ersten Kontakt zu den Schuhputzern herzustellen.
In der Regel ist der normale Arbeitstag mit dieser Tätigkeit, wenn man mit jedem Schuhputzer auch nur ein wenig Zeit verbringt und ihm zuhört und wenn möglich, bei anstehenden Fragen Rat und Hilfe anbieten kann, gut ausgefüllt. So kann es durchaus Tage geben, an denen man nichts Weiteres macht, als für die Schuhputzer da zu sein. Das hört sich vielleicht nur nach sehr wenig an, kann aber trotzdem – und dies vor allem am Anfang, wenn die Kommunikation etwa durch geringe Spanischkenntnisse noch etwas schwierig ist – sehr anstrengend sein. Für die Schuhputzer ist dieser regelmäßige Kontakt von großer Wichtigkeit.
Der normale Arbeitstag endet zumeist zwischen 18:30 und 19:00 Uhr mit einem abschließenden Treffen im Büro. Dort tauschen alle anwesenden Teammitglieder noch einmal die wichtigsten Dinge des Tages miteinander aus. Unterbrochen wird der Arbeitstag natürlich durch eine etwa 1½‑stündige Mittagspause von 13:00 bis 14:30 Uhr.
In der Regel gehört zum normalen Arbeitsalltag auch, dass noch andere Aufgaben anfallen, die aktuell zu erledigen sind. Das können Behördengänge sein, die gemeinsam mit den Schuhputzern oder in Einzelfällen in Stellvertretung für sie erledigt werden, Begleitung bei Arzt- und Krankenbesuchen sowie – in Begleitung der Sozialarbeiterinnen – Familienbesuche. Dazu kommen Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten.
Einen halben Tag in der Woche verbringen die Freiwilligen im Büro. Dort haben sie die Möglichkeit, ihre Berichte zu erstellen oder Aktivitäten in Koordination mit anderen Teammitgliedern zu planen und vorzubereiten. Außerdem unterstützen sie die Geschäftsführerin, die Sozialarbeiterinnen und die Sekretärin bei verschiedenen bürotechnischen Aufgaben.

