VAMOS JUNTOS | Freundeskreis Deutschland - Bolivien e.V.

Recht

Juristische Beratung

Wenn die Schuhputzer rechtlichen Beistand suchen, dann können sie die Dienste von unserem Anwalt Dr. Juan Carlos Campuzano in Anspruch nehmen. Ein Anruf genügt und schon macht er sich auf zu unserem Büro, wo er alle Fragen geduldig beantwortet, in komplizierten Situationen beruhigt und Ratschläge für das weitere Vorgehen gibt. Ob Fragen zu Unterhaltszahlungen, Probleme mit der Polizei, Grundstücksüberschreibungen – auf alles gibt es eine qualifizierte Antwort und Orientierung. Auch dem Team steht er bei einzelnen Fragen kompetent zur Verfügung. Oft brauchen wir eine Orientierung bei Einzelfällen, genauso unterstützt er uns und die Schuhputzer aber auch bei der Einschreibung ins Vereinsregister, bei der Erneuerung der Statuten und Regularien und bei Behördengängen.

Amtliche Papiere: Eintrittskarte zur Teilnahme am öffentlichen Leben

Doña Antonia (Jahrgang 1921) hält das erste Mal in ihrem Leben ihren eigenen Personalausweis in den Händen und betrachtet ihn kritisch. Was Europäern selbstverständlich erscheint, war für die indigene Bevölkerung Boliviens bis vor wenigen Jahren eher die Ausnahme: Der Besitz amtlicher Papiere.
„Existiere ich, existiert Bolivien“ hieß eine 2006 initiierte Kampagne der Regierung. Menschen wie Doña Antonia, die noch nie eine Geburtsurkunde besessen hatten, sollten eine solche erhalten. Ohne eine offizielle Identität ist es unmöglich, aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen: Doña Antonia hätte Geburtsurkunde und Personalausweis gebraucht, um sich in die Schule einzuschreiben, sich um einen sicheren Arbeitsplatz zu bewerben und heiraten zu können, nun braucht sie diese, um die Aufnahme in die Renten- und Alterskrankenkasse zu beantragen. „Selbstverständlichkeiten“, beispielsweise ein Bankkonto eröffnen, sich um einen Arbeitsplatz bewerben oder sich politisch einbringen, sind in Bolivien wie in Europa undenkbar ohne offizielle Papiere.
Bereits in den Jahren vor der Kampagne unterstützten wir Schuhputzer und ihre Angehörigen aktiv und den vielen bürokratischen Hürden zum Trotz bei der Beantragung und Beschaffung amtlicher Papiere. Dadurch und durch weitere Regierungskampagnen sind heute die meisten Schuhputzer im Besitz von Personalpapieren. Dies macht ihre gesellschaftliche Partizipation und Anerkennung auch auf öffentlicher und politischer Ebene möglich.


Zum Tag der Liebe: Hochzeit im Büro

Der Tag der Liebe (21. September) bietet sich natürlich an, um zu heiraten. Doch Hochzeit zu feiern ist teuer, das kennen wir in Deutschland auch. So bieten wir den Schuhputzern seit 2007 an, unter günstigen Konditionen an diesem Tag in unseren Räumen mit einer Standesbeamtin den Bund des Lebens zu schließen. Zuvor laden wir die heiratswilligen Paare zu einem Vorbereitungsseminar ein, in dem es um die Bedeutung der Ehe geht, um Erwartungen an ihre Ehe und den Austausch mit anderen Paaren. Das Seminar gibt ihnen die Gelegenheit, Beziehungsfragen bewusst zu reflektieren, Neues dabei zu entdecken und althergebrachte Rollenverteilungen und Verhaltensweisen wie den sehr verbreiteten Machismus zu hinterfragen, gemeinsames Lernen für das Leben zu zweit als eine notwendige Voraussetzung zu sehen, damit Wünsche und Träume nicht an der Realität zerschellen: Es ist eine Vorbereitung auf das Miteinander-Leben und Füreinander-Da-Sein.
Unter den Händen einiger kreativer und künstlerisch veranlagter Teammitglieder verwandelt sich am Tag der Hochzeit selbst unser sonst nüchterner Büroraum in einen Hochzeitssalon und trägt so zur feierlichen Stimmung eines unvergesslichen Erlebnisses für alle Beteiligten bei.

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