Unser besonderes Angebot, mit dem wir die Schul- und Berufsausbildung bei Kindern und Jugendlichen unterstützen, läuft parallel mit einer intensiven sozialen Arbeit in den Familien.
Fast alle älteren Schuhputzer – Frauen und Männer – haben schon im Alter von acht bis zwölf Jahren mit der Arbeit auf der Straße als Schuhputzer/in, Busausrufer/in oder Bonbonverkäufer/in begonnen. Dabei war die Kinderarbeit für sie oft mit der Konsequenz verbunden, dass sie die Schule gar nicht besucht oder ohne Abschluss verlassen haben. Jetzt, selber Eltern, möchten sie ihren eigenen Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen.
Ihre wirtschaftlichen Voraussetzungen sind dafür allerdings mehr als schlecht. VAMOS JUNTOS unterstützt durch die soziale Arbeit mit den Familien das Bemühen dieser Eltern, für ihre Kinder eine Schul- und Berufsausbildung zu sichern und damit den Teufelskreis von mangelnder Schulausbildung und sozialer Not zu durchbrechen. Deshalb kommen alle in den anderen Arbeitsbereichen beschriebenen Aktivitäten den Kindern und Jugendlichen aus diesen Familien auch zugute.
Das Prinzip der Unterstützung ist so angelegt, dass die Arbeit der Kinder möglichst eingeschränkt bis ausgeschlossen werden kann, damit ein regelmäßiger Schulbesuch möglich ist.
Mit Freude und nicht ohne Stolz registrieren wir, dass in den Jahren, seitdem wir auf den Straßen in La Paz arbeiten, die Zahl der Kinder, die im Grundschulalter schon Schuhe putzen, deutlich zurückgegangen ist. Wir sehen es auch als Verdienst unserer Arbeit an, dass die Kinder auf Grund der Unterstützung durch VAMOS JUNTOS während der Schulzeit zu Hause bleiben und sich mehr auf die Schule konzentrieren können.
Auch die Arbeit mit älteren Menschen ist für uns ein wichtiger Schwerpunkt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Bolivien bei ca. 65 Jahren. Individuell werden einzelne Menschen natürlich erheblich älter. In diesem Fall haben sie im Alter häufig kein verlässliches soziales Netz, durch das ihr Lebensunterhalt gesichert ist – ein Grund, dass einzelne Männer selbst im hohen Alter noch als Schuhputzer tätig sind, um ihr tägliches Brot zu verdienen.
Durch Patenschaften wollen wir diesen Personen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und übernehmen in solchen Fällen z. B. Mietkosten und Anteile von Lebensmittelkosten.




